Zukunft denken - Perspektiven entwerfen
- Nele Baron

- vor 4 Stunden
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Drei Tage, viele Perspektiven, noch mehr Zukunft: Das treibhaus Modul 05 in München drehte sich um die Frage, wie sich Zukunft in Unternehmen, Medien und kreativen Formaten mitdenken und gestalten lässt. Auf dem Programm standen Personal Branding, Journalismus, Future Literacy, Ideation und Präsentation.

Donnerstag im SZ Tower
Der Donnerstag startete im SZ Tower der Süddeutschen Zeitung. Gastdozent Bouya Ndombasi von der Münchner Partneragentur b.seen startete mit dem ersten Workshop des Tages zu den Themen Corporate und Personal Branding. Unter dem Titel Sehen und Gesehen werden stand die Frage im Mittelpunkt, was eine starke persönliche oder unternehmerische Marke heute ausmacht. Dabei ging es weniger um reine Außendarstellung als um Klarheit:
Wofür stehe ich? Wie möchte ich wahrgenommen werden? Was macht die eigene Position eigentlich aus?
Nach dem Lunch bei der Süddeutschen ging es mit Dirk von Gehlen, dem Leiter des SZ Instituts weiter in den Themenblock zur Zukunft des Journalismus. Im Zentrum stand die Frage, wie Berichterstattung sichtbar gemacht werden kann und welche Formen es braucht, damit journalistische Inhalte nicht nur informieren, sondern auch Aufmerksamkeit erzeugen und im Gedächtnis bleiben.
Im Talk mit Alexander von Streit, Gründer und Chefredakteur von Krautreporter, wurde deutlich, dass Journalismus längst nicht mehr nur über klassische Formate gedacht wird. Es ging auch darum, wie Inhalte auf eine Bühne gebracht werden können, wie sich Berichterstattung in Events übersetzen lässt und wie neue Formate aussehen könnten, die Information, Beteiligung und Erlebnis verbinden.
Beendet haben wir diesen Tag mit der gemeinsamen Entwicklung von Event-Formaten für den Journalismus. Gerade diese Mischung aus journalistischem Denken und kreativer Formatentwicklung hat den Nachmittag besonders spannend gemacht.
Freitagvormittag
mit Future Literacy
Der Freitag begann mit einer Future Literacy Session mit Rebekka Bogner von Hyve zum Thema Zukünfte antizipieren und Gegenwart gestalten. Der Fokus lag darauf, Zukunft nicht als feststehendes Ziel zu betrachten, sondern als offenen Denkraum. Statt nach der einen richtigen Prognose zu suchen, ging es darum, verschiedene mögliche Zukünfte zu entwerfen und besser zu verstehen, wie sehr unsere Vorstellungen von morgen schon heute unser Handeln prägen könnten.
Im Workshop wurden unterschiedliche Zukunftsszenarien entwickelt und diskutiert. Ein Gedanke aus diesem Vormittag blieb besonders hängen:
Zukunft mit wütendem Optimismus betrachten
Genau darin steckt viel von dem, was diesen Workshop ausgemacht hat. Die Herausforderungen der Gegenwart wurden nicht ausgeblendet, aber auch nicht als Grund verstanden, in Passivität zu verfallen. Stattdessen ging es um:
Eine Haltung, die realistisch bleibt und trotzdem gestalten will.
Freitagnachmittag
bei Metzler Vater
Zum Nachmittag trudelten wir alle bei Metzler Vater in München ein und beschäftigten uns weiter mit der Ideenfindung zur wtf26.
In der Session wurden aus ersten Ideenansätzen, die schon in Modul 04 entstanden sind, konkrete Ideenskizzen. Dafür teilte sich die Gruppe in Teams auf, die an unterschiedlichen Bereichen arbeiteten: am Side Program, an Bühnen-Formaten und an dem Teil, den das treibhaus in seinem eigenen Slot umsetzen möchte.
Ziel war es, die Ideen nicht nur zu sammeln, sondern bereits in eine erste konkrete Form zu bringen. Dafür entstanden Ideen Paper und erste Skizzen. Gerade dieser Schritt vom Denken ins Visualisieren war spannend, weil er die Konzepte sofort greifbarer gemacht hat. Aus einer groben Idee wurde plötzlich ein mögliches Format, über das sich konkreter sprechen und weiterdenken ließ.
Am Abend endete der Tag beim Internationalen Kurzfilmfestival Bunter Hund. Ein passender Abschluss nach einem Tag, an dem es viel um Zukunft, Formate und kreative Übersetzung ging.
Samstag Multiple Presentation Personalities
Gemeinsam mit Creative Director Andreas Sieling startete der letzte Tag mit einem Gallery Walk. Während am Freitag alle drei Teams die einzelnen Aufgabenstellungen rund um die wtf26 für sich bearbeitet hatten, ging es heute darum, die Ideenskizzen vor der Gruppe vorzustellen. die gemeinsame Diskussion brachte jedes einzelne Team weiter und erzeugte einen neuen individuellen Arbeitsauftrag:
Von "Nochmal zurück auf Anfang" bis "So machen wir´s" war alles dabei.
Genau diese Erkenntnis war wertvoll, denn das ist es, was im Kreativprozess passieren kann, ja sogar passieren muss. Es erfordert Mut, die eigenen Ideen noch einmal zu verwerfen. Und den brauchen wir, um
Der anschließende Impuls von Andi rund um Multiple Presentation Personalities half uns, die unterschiedlichen Aufgaben innerhalb der Konzeption auseinander zu halten und nachsichtiger mit uns selbst zu sein.
Es ist unmöglich, alle Rollen auf einmal zu erfüllen.
Dass auch erfahrene CDs wie Andi Step by Step arbeiten, ist sehr beruhigend. Denn während der Creator in uns die Idee entwickelt, versucht der Curator herauszufiltern, was wichtig ist. Der Storyteller ist schon dabei, die Erzählweise aufzusetzen. Braucht dazu die Visuals des designers in uns. Und die Salesperson, die legt sich die Worte zurecht, um unsere Idee zu verkaufen. Und ja: Das ist kein komplettes Team, das sind alle Facetten unserer Konzepter-Persönlichkeit.
Was für die Zukunft bleibt
treibhaus Modul 05 in München hat gezeigt, wie eng Zukunft, Kommunikation und Gestaltung zusammenhängen. Zwischen Personal Branding, Journalismus, Future Literacy, Ideenkreation und Präsentation wurde immer wieder deutlich:
Gute Ideen müssen nicht nur entwickelt, sondern auch verständlich, sichtbar und erlebbar gemacht werden.
Genau darin lag die Stärke dieser drei Tage: nicht nur Zukunft zu besprechen, sondern sie in Ansätzen schon zu entwerfen.


































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