Ideenräume öffnen: Drei Tage zwischen KI, Konzeption und Inszenierung.
- Johanne Koloska

- 6. März
- 4 Min. Lesezeit

Das vierte treibhaus-Modul startete in Stuttgart. Zu Beginn tauschten wir uns mithilfe der Karten von „Darf ich dich das fragen?“ über die letzten Wochen aus. Es ging darum, wie es bei uns in den Agenturen gerade läuft, was uns aktuell beschäftigt und welches Stimmungsbild wir mitbringen.
Mit einem Rückblick auf das letzte Modul ging es weiter: Ein Recap des BrandEx Award. Nach einer gruppenteiligen Erarbeitung teilten wir unsere Ergebnisse in der großen Runde und stellten uns die Frage:
Wie bringt man Struktur in eine Verleihung, ohne dass der Überraschungseffekt verloren geht? Wie gibt man den Preisträger*innen genug Raum, damit das Publikum ihre Arbeiten besser einordnen kann.
Pitch Flow bei George P Johnsson Als Nächstes stellte uns Mihalja Civijic, Excecutive Creative Director bei George P. Johnson einen Pitch vor, der Flügel verleiht. Das Besondere: keine klassische PowerPoint, sondern Website und Videos. Dabei kam auch KI zum Einsatz, sodass die Idee im Bewegtbild sehr anschaulich visualisiert werden konnte.
Es war spannend zu sehen, wie anders eine Präsentation wirken kann, wenn das Format selbst schon Teil des Konzepts ist.
AI Next Level mit Higgsfield Weiter ging es direkt mit dem KI-Thema, mit Eligio Maffezzoni, Designer und AI Enthusiast bei George P. Johnson. Er stellte uns Higgsfield vor und zeigte, welche Möglichkeiten das Tool bietet. Dort werden verschiedene KI-Modelle auf einer Plattform zusammengeführt. Außerdem gibt es eine regelmäßig aktualisierte Rangliste, die zeigt, welche KIs sich für welche Aufgaben besonders eignen. Im Anschluss durften wir Higgsfield selbst austesten. Zuerst generierten wir ein Bild von einem Produkt. Danach erstellten wir daraus ein kurzes Video. Am Ende setzten wir ein längeres Video mit mehreren Sequenzen um. In Minuten kreierten wir realistische Szenen, aber seht selbst:
Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Theaterbesuch. Das in Kooperation mit der HDMK Stuttgart entstandene Stück „Rand“ behandelte Situationen von Menschen und Tieren, die an den gesellschaftlichen Rand gedrängt oder ausgeschlossen werden. Das Stück hinterließ bei vielen von uns Eindruck, unter anderem wegen der starken Performance auf der Bühne.
Schnelle Kostümwechsel, verschachtelte Geschichten, menschengroße Kakerlaken und sprechende runde Tetris-Steine hinterließen bleibenden Eindruck.
Der zweite Tag fand bei ZET Project statt. Zuerst beschäftigten wir uns zusammen mit Sabine mit Kreativtechniken und stellten uns die Frage, wie wir eigentlich kreativ arbeiten und zu neuen Ideen kommen. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Herangehensweisen sind. Manche halten ihre ersten Gedanken direkt nach dem Briefing fest, andere steigen gleich tief in die Recherche ein. Inspiration kommt für viele über Plattformen wie Pinterest, über Gespräche im Team oder im eigenen Umfeld, über bewusste Pausen, Spaziergänge oder Zeit in der Natur. Auch der Einsatz von Mindmaps, KI für Recherche und Visualisierungen sowie Iterationsschleifen war Thema.
Besonders hängen geblieben ist die WWW-Methode. Dabei geht es darum, sich die inspirierende Frage zu stellen: „Was wäre wunderbar?“, um daraus neue Ideen zu entwickeln.
WTF26 Kick Off
Anschließend stellte uns Sabine die WTF26 - we transform future vor: Die WTF bietet der gesamten Branche eine Bühne, über alle Hierarchien hinweg. Kurz vor dem Modul hatte das Kick-off-Meeting stattgefunden. Wir machten uns Gedanken, was wir als treibhaus in diesem Jahr zur WTF beitragen können. Dafür sammelten wir Ideen für drei Bereiche: Bühnenformate, Formate für die Interactive Area sowie eigene Formate, die wir als treibhaus selbst umsetzen können. Am Ende wählten wir zwei Ansätze aus, die wir weiter ausarbeiten wollen. Kleiner Teaser: Playground meets Networking.
PR & Automotive
bei ZET project
Nach der Mittagspause ging es weiter mit Mark Haug von ZET project. Er gab uns Einblicke in die Agentur und stellte vor allem Event-Formate im Kontext von Pressekommunikation im Automobilbereich vor. Anschließend wurde es wieder praktisch: Wir entwickelten Ideen für zwei unterschiedliche Fahrzeuge. Vom echten Luxus-Liebhaberstück, bis zum Multifunktions-Van. Dabei entstanden sehr unterschiedliche Ansätze, manche näher an klassischen Automobil-Eventformaten, andere bewusst untypischer. Wir präsentierten teils frei, teils mit Moodboards und KI-Motiven. Besonders die wertschätzende Feedbackrunde ließ den Tag schön ausklingen.
Partitur des Raumes bei Atelier Brückner
Am dritten und letzten Tag ging es zu Atelier Brückner. Dort liegt der Fokus nicht auf Events im klassischen Sinne, sondern auf Architektur und Ausstellungen. Entsprechend haben wir uns intensiv mit dem Thema „Raum“ beschäftigt. Sungha Kim zeigte uns die Projektvielfalt bei ATB und wir durften das Office erkunden, ein Highlight für uns:
Überall standen architektonische Modelle, Schiebewände im Raum visualisierten die aktuellen Projekte, Materialbeispiele, Moodboards und Notizen. Man hatte alle Projekte, an denen gerade gearbeitet wurde, direkt vor Augen.
Dadurch wirkten die Räume zugleich offen und strukturiert, sodass die visuell dichten Wände keine Unruhe erzeugten, sondern die Arbeitsatmosphäre lebendig machten.
Danach durften wir selbst kreativ werden und uns überlegen, wie man eine Ausstellung zum Buch „Der kleine Prinz“ gestalten könnte. Wir arbeiteten in drei Gruppen mit verschiedenen Schwerpunkten. Eine Gruppe entwickelte eine Ausstellung, die man selbstständig und ohne Führung erkunden kann. Die zweite Gruppe konzipierte eine Ausstellung, bei der man geführt wird, zum Beispiel durch Menschen oder Leitsysteme. Die dritte Gruppe entwarf eine Ausstellung, die sich mit einzelnen Stationen über die Stadt verteilt.
Gearbeitet haben wir direkt in der "Partitur des Raumes": ein riesiges Blatt Papier mit einer vielschichtigen Tabelle. Aspekte wie der Akt, die Dramaturgie, die Botschaft, die Interaktion, das Licht, die Atmosphäre, usw. gaben uns eine klare Struktur vor. Eine enorme Hilfestellung, um unsere Ideen zu ordnen und auf einen Blick zu sehen, welche Themen wo stattfinden, wie die Stationen aufgebaut sind und wie sich der Ablauf inklusive Spannungsbogen entwickelt.
Dieses Modul zeigte einmal mehr, wie wertvoll die Mischung aus Reflexion, Praxis und neuen Perspektiven ist. Die verschiedenen Inputs gaben uns viele Denkanstöße, die wir in unsere kommenden Projekte einfließen lassen können.













































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