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Schwere Messingtüren, Diskokugeln, Delfine, Handstände und ein Capybari: das wohl schönste Modul, am ZüriSee, und ein bisschen Basel!

  • Autorenbild: Sabine Mayer
    Sabine Mayer
  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 10 Stunden


Manchmal fährt man zu einer Weiterbildung und kommt mit neuen Eindrücken zurück. Und manchmal kommt man zurück und weiß, dass man nie wieder achtlos an einer Museumstür vorbeigehen wird. So ungefähr fühlte sich unser Workshop-Wochenende zwischen Zürich und Basel an.


Kunst ist ... und dann kam die Tür


Losgegangen ist es entspannt: Mittwochabend an der Rentenwiese, herrliches Wetter, Baden und anschließende Sonnenfinsternis. Der eigentliche Start war dann am nächsten Morgen, mit einem Besuch im Kunsthaus Zürich, gemeinsam mit Dr. Barbara Mutzbauer, Creative Director bei Aroma.


Die Aufgabe: den Satz


„Kunst ist ..."

zu Ende bringen und daraus einen Slogan für einen Pop-up-Pavillon am Zürichsee entwickeln, mit dem sich das Kunsthaus besser vermarkten kann.


Vorher aber zur Inspo: der Besuch des Kunsthauses. Viel zeitgenössische Kunst, aber auch Claude Monet und Van Gogh: beeindruckend, fanden alle. Und ein Detail blieb bei allen hängen: die massive Messingtür am Eingang, die so viel Eindruck macht, dass sich offenbar einige Besucher gar nicht trauen, das Kunsthaus überhaupt zu betreten.





Rutschen und Diskokugeln bei Aroma

Nach dem Besuch des Kunsthaus Zürich gab es ein schönes Picknick am Zürisee, Mittagessen, eine Runde Schwimmen und natürlich Handstände im See, inklusive spontaner Bewertung. Die besten Noten gab's für Gabriel und Trudy, unseren kleinen Special Guest des Wochenendes, dazu gleich mehr.



Am Nachmittag ging's weiter zu Aroma. Nach einer Führung durch die gesamte Agentur, inklusive Rutsche direkt aus dem Workshopraum in die Werkstatt und einem eigenen Feld voller Diskokugeln mit Aroma-Logo, wurde gebastelt:


Die „Kunst ist ..." - Konzepte entstanden aus Pappe, Kleber und Pfeifenputzern.


Eine Gruppe hatte dabei besonders noch die Messingtür im Kopf: Ihr Konzept war kein Pavillon, sondern einfach die Tür selbst, mit einem LED-Screen dahinter, der bei dem öffnen die Kunstwerke zeigt. Live vorgeführt, mit echtem Klopfen, von Thorsten und Elvira, und ehrlich gesagt einer der Lieblingsmomente des ganzen Wochenendes.


Eine gute Idee braucht manchmal keinen Pavillon. Nur eine Tür, durch die sich niemand traut zu gehen.


Der Tag klang auf der Dachterrasse aus, bei der Abschiedsfeier einer Aroma-Mitarbeiterin. Und für alle, die danach noch Hunger hatten: mit dem vermutlich teuersten Burrito ihres bisherigen Lebens!





Cue the Chaos: Regie für einen Auftritt, der (wahrscheinlich) nie stattfinden wird

Freitag, Kick-off mit Sabine bei Live Lab, der Agentur, bei der auch Giulia arbeitet, die etwas später kam, weil sie noch im hauseigenen Podcast steckte. Danach: ein ganzer Tag über Regie mit Lena, Linda und Silvio unter dem Titel „Cue the Chaos - Vom Konzept in die Regie".



Die anschließende Praxisaufgabe: ein Regiekonzept für einen fiktiven, siebenminütigen Opening-Act der Swiss Music Awards. Die Vorgabe von Live Lab: Zara Larsson eröffnet die Show, moderiert wird von Hazel Brugger und einer zweiten Moderatorin. Dazu ein buntes, sommerliches Moodboard, und plötzlich ging es um Bühnenbild, Lichtsetzung und die Frage, wie man jemanden auf einem Delfin oder einem Schmetterling auf die Bühne fliegen lassen

kann. Ziemlich viel Wasser kam in den Ideen vor, technisch fraglich, aber sehr unterhaltsam!


Ein Song lief dabei in Dauerschleife, „Midnight Summer", den haben an diesem Tag alle kennen- und die meisten irgendwann auch hassen gelernt.





Ein Abend am See

Abends ging's gemeinsam schwimmen, direkt auf der Saffa-Insel am Theaterspektakel, fast alle, bis auf Gabriel, dessen Schlauchboot auf halber Strecke aufgegeben hatte. Danach: das Theaterspektakel direkt am See, mit „Teenage Songbook of Love & Sex", performt von einer bunt gemischten Teenager-Truppe. Roh, ehrlich, an der einen oder anderen Stelle ziemlich direkt. Und genau deshalb hat es viele richtig gepackt. Eine Zeile aus dem Stück wurde den ganzen Abend über zum Running Gag der Gruppe.


Mit am See: Sabines Tochter Trudy, stets begleitet von ihrem Kuscheltier-Capybari, vermutlich die beiden niedlichsten Begleiter des Moduls. Der Abend endete, wie er sollte: mit einem sehr leckeren Bier, Livemusik und vielen Leuten, die noch nicht nach Hause wollten.





Szenografie ist mächtig

Samstagmorgen, früh raus, mit dem Zug nach Basel zu Primeo Energie und ihrem „Energiekosmos", einem Science- und Erlebniscenter, das zu 70 Prozent aus wiederverwendeten Materialien gebaut wurde und drinnen unter anderem mit einer Erlebnisshow rund ums Wasserkraftwerk und 17 Mitmachstationen zu Energiethemen aufwartet. Dort wartete Arnau Bellprat, Creative Director bei Bellprat, mit einem Workshop zu Szenografie und Konzeptarbeit.


Ein Satz, der hängen blieb:


Szenografie ist mächtig. Szenografie ist manipulativ.

Spannend war auch der Blick hinter die eigenen Kulissen von Bellprat: Statt gemeinsam zu brainstormen, entwickelt bei ihnen erstmal jede:r für sich eine Idee und pitcht sie danach den Kolleg:innen. Ein interner Pitch vor dem eigentlichen Konzept also. Und eine Anekdote, die hängen blieb: Einmal hat Bellprat einen Pitch verloren, weil die Idee zu fertig ausgearbeitet war, sodass der Kunde gar nicht mehr richtig andocken konnte. Manchmal verliert man also nicht, weil die Idee schlecht war, sondern weil sie schon zu durchdacht war.


Was Arnau mehrfach betonte: Man muss lernen, seine Ideen richtig gut zu verkaufen.



Nach dem Workshop ging es in das Nachbarhaus: eine immersive Führung zu Sonnen-, Wind- und Wasserenergie, digital erzählt von einem Roboter und einer Dame namens Sophia. Bei brütender Hitze war der Publikumsliebling schnell gefunden: eine nachgebaute Windturbine, in die man den Kopf stecken konnte, Ventilatoren inklusive. Kühlung im Namen der Bildung.


Zum Abschluss: eine Stunde Zeit für ein nachhaltiges Konzept, das Bewusstsein für nachhaltige Energie schaffen soll, für einen von fünf möglichen Standorten in der Schweiz, mit einem fiktiven Budget von 400.000 CHF. In den Gruppen entstanden aus dieser Vorgabe in kürzester Zeit erstaunlich durchdachte Ideen. Dann wurde präsentiert, von der Verdopplung bis zum Riesenrad war alles dabei.




Fazit


Kunsthaus-Türen, Diskokugeln, eine Show-Eröffnung von Zara Larsson, Badespaß im See, eine Windturbine zum Abkühlen: Auf den ersten Blick hat das alles nicht viel miteinander zu tun. Und genau das war der Punkt. Ob Kunsthaus, Agentur oder Energiehaus:


Jeder Ort hatte seinen eigenen Charakter und hat uns woanders hingebracht, als wir dachten.


Am Ende bleibt vor allem eins hängen: dass gute Konzepte selten am Schreibtisch entstehen, sondern dort, wo man sich dann doch traut, eine Messingtür anzufassen, auch wenn sie erstmal ordentlich Respekt einflößt.






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