top of page

Pommes, Preise, Kameras und Friedhöfe: ein Wochenende voller Kulissen und die Blicke dahinter

  • Autorenbild: Nena Göddecke
    Nena Göddecke
  • vor 1 Stunde
  • 4 Min. Lesezeit

Manchmal fährt man zu einer Weiterbildung und kommt mit ein paar neuen Notizen zurück. Und manchmal kommt man zurück mit einem Kopf voller Ideen, einer deutlich längeren To-do-Liste und der Erkenntnis, dass ein Friedhof möglicherweise die perfekte Dating-Location sein könnte. Genauso fühlte sich unser Workshop-Wochenende im wunderschönen Hamburg an.



Räume sind mehr als vier Wände

Den Auftakt machten Melanie Obrist und Svenja Ahrens von Neu & Frei mit einem Workshop rund um Räume, Interaktionen und die Frage, wie man Menschen dazu bringt, einen Raum nicht nur zu betreten, sondern ihn wirklich zu erleben.


Wie verbinden wir den physischen mit dem virtuellen beziehungsweise metaphorischen Raum? Und vor allem: Wie schaffen wir Interaktionen, die diese lebendig machen?



Die Challenge des Tages:

Wie macht man einen Messestand für einen Pommesproduzenten auf einer Gastronomiemesse spannend?

Pommes sind großartig. Aber wie schafft man es, dass Menschen ausgerechnet bei diesem Stand stehenbleiben? Vor allem, wenn an jedem zweiten Stand ohnehin Essen verteilt wird?

Die Erkenntnis: Es reicht nicht, einen Raum einfach nur schön zu gestalten. Er muss zur Marke passen, überraschen und Menschen dazu bringen, aktiv mit ihm zu interagieren. Denn genau dadurch entsteht Aufmerksamkeit und im besten Fall bleibt die Erfahrung auch nach dem Messebesuch noch in Erinnerung. Oder kurz gesagt:

Raum + Marke + Mensch + Interaktion = Wirkung


 

ADC – Kreativität zum Anfassen


Am Nachmittag stand direkt das nächste Highlight auf dem Programm: der ADC Award.

Schon bei den Talent Awards wurde klar, wie viel Kreativität, Leidenschaft und Mut in den Projekten steckt. Und natürlich haben auch die großen Agenturen nicht enttäuscht. Von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung waren zahlreiche Projekte dabei, die beeindruckt, inspiriert und manchmal auch ein wenig neidisch gemacht haben. Natürlich auf die gute Art.




Besonders spannend war dabei nicht nur, was ausgezeichnet wurde, sondern auch wie. Denn so eine Awardshow ist selbst ein Erlebnis. Wie wird Spannung aufgebaut? Wie führt man durch den Abend? Welche Inszenierung funktioniert besonders gut?


Fast automatisch schaut man plötzlich nicht mehr nur auf die Bühne, sondern analysiert die gesamte Veranstaltung. Berufskrankheit oder Weiterbildungserfolg? Wahrscheinlich beides.

Und natürlich bleibt nach so einem Abend noch ein weiterer Gedanke hängen:


Vielleicht stehen wir irgendwann selbst dort. Ich fühle mich beeinflusst!



Am nächsten Morgen ging es direkt hinter die Kulissen des ADC. Gemeinsam mit Cedric Ebener, CCO von Ce+Co und Juryleiter der ADC Event-Jury, durften wir selbst in die Rolle der ADC Jury schlüpfen. Plötzlich waren wir diejenigen, die Projekte bewerten, diskutieren und einordnen mussten. Und was von außen oft ganz einfach aussieht, wurde erstaunlich schnell ziemlich kompliziert. Zunächst bekamen wir einen Einblick in die Struktur, die Regeln und die Arbeitsweise der Jury. Dabei lernten wir auch den Satz, den niemand bei einer Jurysitzung hören möchte:

„Ich fühle mich beeinflusst.”

Denn das Ziel ist eine Diskussion auf Augenhöhe. Ganz ohne Voreingenommenheit, persönliche Beziehungen oder unausgesprochene Vorurteile. Klingt selbstverständlich, ist in kreativen Diskussionen aber gar nicht so einfach. Mit diesen Regeln und Bewertungskriterien ausgestattet, diskutierten wir anschließend verschiedene Event-Projekte aus diesem und vergangenen Jahren und vergaben unsere eigenen Bewertungen.



Danach kam der Vergleich mit den offiziellen ADC-Ergebnissen. Es gab einige Treffer, aber auch überraschend große Unterschiede. Und genau das machte die Übung so interessant. Denn sie zeigte, wie schwierig es ist, kreative Projekte objektiv zu bewerten. Erfahrung spielt eine Rolle, persönliche Perspektiven ebenfalls. Und manchmal beginnt die Diskussion schon bei der grundsätzlichen Frage:


Ist das überhaupt ein Event?

Vielen Dank an Cedric für die offenen Einblicke, die spannenden Diskussionen und die Geduld mit unserer Hobby-Jury.


„Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.“

Mit diesem Satz startete Alex de Vito in einen Workshop, der anfangs etwas chaotisch wirkte, am Ende aber überraschend gute Ergebnisse hervorgebracht hat. Mit einer Menge Energie, Humor und Praxisnähe brachte er uns die Grundlagen von Kameratechnik, Lichtsetzung und spontanen Interviewsituationen näher. Und zwar nicht nur auf dem Papier.



Wir durften selbst filmen, Bildausschnitte ausprobieren, Licht setzen, Interviews führen und erste Schnitterfahrungen sammeln. Dabei wurde schnell klar, dass gute Videos nicht zwangsläufig teures Equipment benötigen, sondern vor allem ein gutes Auge, interessante Geschichten und manchmal einfach den Mut, auf fremde Menschen zuzugehen.

Vor allem wurde deutlich, dass gute Inhalte und echte Reaktionen oft mehr wert sind als die teuerste Kamera.


Vielen Dank an Alex für jede Menge Spaß, viele neue Erkenntnisse und ein unterhaltsames Video, das die Energie des Workshops perfekt eingefangen hat. Das Video zum Workshop gibt’s hier auf Linkedin.


 

Location Matters.

Wirklich.


Am Samstag wurde es dann noch einmal besonders spannend. Mit drei unterschiedlichen Event-Briefings von Freelance Creative Director Caro Franke und Senior Creative Concept Jana Schuhmacher machten wir uns auf die Suche nach der perfekten Location. Auf dem Programm standen: Das Wood Art Institute, der Ohlsdorfer Park-Friedhof und das Kraftwerk Bille.

 


Drei Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten und genau deshalb so inspirierend waren. Jeder Ort brachte seinen eigenen Charakter, seine eigene Geschichte und seine eigene Atmosphäre mit. Etwas, das vielen klassischen Messehallen oder Standard-Eventlocations oft fehlt. Und so ließen wir die Ideen direkt vor Ort entstehen. Und plötzlich entwickelten wir Konzepte, die ohne den Bezug zur jeweiligen Location niemals existiert hätten.



Vom spektakulären Wanddurchbruch im alten Kraftwerk bis zu einem Dating-Format auf dem Friedhof – inklusive „echtem“ Ghosting. Genau solche Ideen zeigen, welches kreative Potenzial in außergewöhnlichen Orten steckt. Denn wir haben gelernt:


Eine gute Location ist nicht einfach nur die Hülle für ein Event. Sie kann Teil der Geschichte sein. Vielleicht sogar ihr stärkster Teil.

Dass wir an einem Tag so viele unterschiedliche Orte erleben, erkunden und kreativ bespielen konnten, verdanken wir auch der aufwendigen Planung und dem fantastischen Timekeeping von Caro und Jana. Ohne euch wären wir vermutlich schon bei der ersten Location beim Erkunden hängen geblieben und hätten alle unsere Züge verpasst. Vielen Dank dafür!





Fazit


Räume, Interaktionen, Awards, Jurydiskussionen, Kameras, Licht, außergewöhnliche Orte und jede Menge Inspiration. Vor allem hat dieser Workshop wieder gezeigt, dass gute Ideen selten im luftleeren Raum entstehen. Sie entstehen durch Menschen, Diskussionen, Perspektivwechsel und manchmal eben auch bei einem Spaziergang über einen Friedhof. Wir nehmen jede Menge Input mit, den wir in zukünftigen Konzepten sicher wiederfinden werden.





Kommentare


bottom of page